Diskussion
Die Diskussion zum Thema "Orientierung in einer bewegten Welt" mit Schwester Bernadette Brommer von der Gemeinschaft der Schwestern vom Guten Hirten aus St. Joseph und Herbert Schön vom Bund Naturschutz München fand am Sonntag den 30. September 2007 statt. Die TeilnehmerInnen erfuhren mehr über den Schutz der Natur aus wissenschaftlicher und religiöser Sicht.
Hier ein kleiner Auszug aus dem Gespräch:
Regina Haller, Landart:
Herr Schön, Sie sind Naturschützer - kommen Sie klar damit? Und vor wem
schützen Sie eigentlich die Natur? Vor uns Menschen?
Herbert Schön, Bund Naturschutz, München:
Welche Natur meinen Sie? Die allerletzte unbewohnte Insel?
Und Tatsache ist: "die Natur" braucht
uns nicht - sie kommt sehr gut ohne uns klar - umgekehrt ist das nicht
der Fall.
R. H.:
Die Natur ist unkaputtbar?
H. Schön:
Die Natur hört nicht einfach auf zu sein – es geht immer weiter - vielleicht
nicht so wie wir uns das vorstellen – oder wir haben vielleicht nicht
genug Phantasie.
R. H.:
Da gibt’s kein Richtig und Falsch für die Natur?
H. Schön:
Wir hinterlassen schlicht einen ökologischen Fußabdruck in der „Natur“.
Im Gebiet um Tschernobyl wachsen wieder Pflanzen – die es so noch nie
gab. Neuschöpfungen kann man sagen.
Schwester Bernadette:
Ja - Schöpfung das ist mein Stichwort!
Es heißt in der Bibel: Gott schuf also den Menschen als sein Abbild, als
Abbild Gottes schuf er sie. Gott segnete sie, und Gott sprach zu ihnen:
seid fruchtbar, und vermehrt euch, bevölkert die Erde, unterwerft sie euch,
und herrscht über die Fische des Meeres, über die Vögel des Himmels und
über alle Tiere, die sich auf dem Land regen.
Herrschen bedeutet hier dienen, wir sollen der Erde dienen, gut mit ihr
umgehen und uns an ihrer Schönheit freuen.
H. Schön:
Die Natur leistet eine ganze Menge.....
Schw. Bernadette:
Ich habe den Eindruck dass Gott uns braucht - jeden einzelnen. Diese Verbundenheit
ist Glaube und Liebe und sie erfüllt alles Lebendige.
R. H.:
Ist die Natur lebendig?.
H. Schön:
Ja, wer weiß? Die Klimaveränderung zeigt uns auf jeden Fall dass wir es
mit einem sehr dynamischen Partner zu tun haben.
R. H.:
Und schön noch dazu – Herr Schön!
Die Sonnenblumen sind sehr schön - die Leute mögen das Feldchen – es ist
völlig ungeschützt und es wird nicht zerstört. Das ist echt klasse!
Schw. Bernadette:
Vertrauen und Anerkennung ist die Basis für jedes Miteinander, das können
wir uns schenken. Kostet gar nichts und dann kann etwas gedeihen.
H. Schön lacht:
Eben auch Fehler und echte Irrtümer. Unser Verhältnis zur Natur ist ziemlich
schief. Und dabei ist völlig klar dass die Ökonomie auf der Ökologie
basiert und sie kann weder sich selbst erhalten noch die Leistungen der
Natur übernehmen.
R. H.:
Danke für das Gespräch.